Warum Exkanzler Alfred Gusenbauer nicht Europas Außenminister wird? Weil er ein Österreicher ist

Politik | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Analyse: Stefan Apfl

Ging es im heimischen EU-Personalpoker zunächst um die innenpolitisch delikate Nominierung des Kommissars, lautet die große Frage in Wien nunmehr: Welcher österreichische Exkanzler wird künftiger EU-Ratspräsident respektive EU-Außenminister?

Zur Ausgangslage: Keiner der beiden Posten wird mit einem politischen Schwergewicht besetzt, schließlich müssen die 27 Staatschefs mit ihnen leben. Präsident wird ein Konservativer, Außenminister ein Sozialdemokrat. Der Rest ist mehr oder weniger offen, zu undurchsichtig ist die europäische Machtarithmetik. Wer schon heute weiß, wer in den kommenden Tagen die beiden höchsten Posten in der EU erhalten wird, ist entweder Hellseher oder Wichtigtuer.

Stellen sich drei Fragen, von denen die erste – wer wird was? – bereits beantwortet ist. Nummer zwei: Gilt Alfred Gusenbauer (SPÖ) in Europa als der heiße Kandidat, als der er in Österreich gehandelt wird? Eher nein. Er hat zwar innerhalb des sozialdemokratischen Lagers

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