In der Krise sind plötzlich alle wieder Keynesianer

Politik | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Hans Bürger und Kurt Rothschild erklären, warum die Weltfinanzkrise neue Lehrpläne an den Wirtschaftsuniversitäten notwendig macht

Rezension: Markus Marterbauer

Die Wirtschaftskrise hat die Ökonomie überrascht wie ein Gewitter aus heiterem Himmel. Nur ganz wenige Wirtschaftswissenschaftler haben den Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte, die großen Produktionsausfälle in der Industrie sowie den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit und der weltweiten Armut vorhergesehen. Ja, schlimmer: Die meisten Ökonomen an den Universitäten hängen der neoklassischen Schule an. Sie konnten sich eine von den Finanzmärkten ausgehende Krise nicht einmal vorstellen. Die neoklassische Theorie nämlich nimmt gerade für diese Märkte Stabilität und Effizienz an, vertraut also darauf, dass die auf ihnen gebildeten Preise die zugrundeliegenden Werte von Unternehmen oder Immobilien richtig widerspiegeln. Diese Vorstellung ist jedoch mit dem Beinahekollaps des weltweiten Finanzsystems und dessen


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