Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Anna Sawerthal | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Geplatzter Magna-Deal: „Heile Welt“ in Aspern droht unterzugehen

Respekt und Verantwortung“, steht auf dem Plakat in der Cafeteria des Opelwerks in Aspern – die Unternehmensphilosophie von General Motors. Betriebsrat Wilhelm Braun würde es am liebsten abhängen: „Wo bleibt der Respekt, wenn jeder verunsichert ist?“ Seit GM bekanntgab, Opel nicht an Magna zu verkaufen, sind die Mitarbeiter in Aspern verunsichert. Die Verhandlungen mit Magna verliefen zäh, aber auf Brauns Tisch lagen zumindest konkrete Pläne. Nun ist alles anders. Streiken wie in Deutschland will man in Wien noch nicht. Vor dem Haupteingang versammelten sich am Freitag aber Gewerkschaft und Betriebsrat zu einer Kundgebung. Sie fordern faire Kollektivverträge. Einige Arbeiter bleiben stehen, die meisten ziehen aber vorbei. „In fast jedem Opel ist ein Teil, das wir einbauen“, sagt Braun optimistisch, „aber wenn Opel in die Insolvenz geht, dann ist Aspern keine heile Welt mehr. Ich weiß nicht, ob alles happy ist, wenn ich nicht weiß, ob ich morgen noch lebe.“


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