Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Diese Chefin ist kalt, knallhart und verträgt null Kritik, richtig unangenehm ist das. Modelschreck Heidi Klum hat mit dem schrulligen Rolf Scheider jetzt den zweiten Juror aus ihrer Pro-7-Show „Germany’s Next Topmodel“ hinausgeekelt. Der geht in die Klatschsendungen und lässt durchblicken, was für eine ungute Person Klum denn sei. Die benimmt sich, sobald die Kameras aus sind, einfach nicht wie das herzige rosa Zuckerwattemädel, das alle gern hat, sondern wie ein Navy-Seals-Killerkommando. So etwas ist unweiblich, so etwas wollen die Fans nicht haben. Kleine Mädchen vorführen darf sie – aber sonst soll sie bitte ein soziales, herzenswarmes Wesen bleiben, das für die gute Stimmung im Team sorgt. Klum spielt dieses Spiel nicht mit und das ist schon die einzige noble Charaktereigenschaft, die einem bei ihr einfällt. Doch sie ist ein erfrischendes Beispiel dafür, dass auch weibliche Selbstvermarktungsmaschinen mit Autoverkäuferschmäh sehr effektiv sein können. Auch eine Form von Emanzipation.


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