Der offizielle Modernist und der Mann im Schatten

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Es hätte auch ganz anders kommen können. So aber gilt Herbert Boeckl bis heute als Zentralfigur der österreichischen Moderne, während Fritz Schwarz-Waldegg weitgehend in Vergessenheit geraten ist

Doppelporträt: Manisha Jothady

Im Jahr 1913 knüpfen zwei junge Maler erste Kontakte zum kommerziellen Wiener Kunstbetrieb. Der eine wird später zum Aushängeschild der heimischen Kunstlandschaft, das Leben des anderen endet 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinec bei Minsk.

Ob die beiden einander gekannt haben, bleibt ungewiss. Anzunehmen ist es, war die Kunstszene der Hauptstadt damals doch wahrscheinlich ähnlich überschaubar wie heute. Anhand ihrer künstlerischen Entwicklungen, die völlig unterschiedlich verliefen, lässt sich exemplarisch das heterogene Bild der österreichischen Kunst der Zwischenkriegszeit nachvollziehen. Den berühmten Herbert Boeckl würdigt das Belvedere zurzeit mit einer Retrospektive, das Jüdische Museum zeigt das bis auf wenige Einzelwerke bislang unbekannte


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