Der Jamie Oliver des Dokumentarfilms

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Man wird doch noch blöd fragen dürfen: Michael Moore versucht sich an der Finanzkrise

Filmkritik: Michael Pekler

Das Publikum von Michael-Moore-Filmen hat sich an die Bilder der Abwehr längst gewöhnt. Kein anderer Filmemacher befindet sich seit Jahren in permanentem Angriff, kein anderer macht sich – mitunter buchstäblich – eine Belagerung zunutze. Wenn Moore, wie zuletzt in „Sicko“, in das von seiner Regierung errichtete Gefangenenlager Guantánamo reist, herrscht nicht nur bei den Wachposten, sondern auch bei den Skeptikern im Kinosaal Alarmbereitschaft.

Dass dem beleibten Mann mit der Baseballmütze und den Turnschuhen regelmäßig der Zutritt zu einschlägigen Gebäuden und Institutionen verweigert wird, ist natürlich Teil des Plans. Gegen Ende seines jüngsten Films „Capitalism: A Love Story“ belagert Moore die Bank of America, indem er den Haupteingang des Gebäudes mit einem gelben Band absperrt. „Crime scene – Do not cross“ steht da zu lesen, und der Witz daran


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