Jugend erfolgreich verschwendet

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Neu aufgelegt: der Wiener Multimediakünstler Konrad Becker als Elektronikpionier Monoton

Feature: Gerhard Stöger

Ob das Wien der ausgehenden 70er tatsächlich so tot war, wie es immer heißt? Konrad Becker lacht. „Wien war eine der totesten Städte der Welt – und geistig sehr isoliert“, sagt er.

„Der Muff von 1000 Jahren hat sich ja erst unter Kreisky ein wenig gelichtet. Aber Wien hatte auch seinen Charme: Die Szene war klein, überschaubar und fast familiär, bei aller Heterogenität hat sie sich gemeinsam gegen die sogenannten Alternativen abgegrenzt, die verspießerten Restbestände der 60er – und gegen den Dinosaurierrock.“

Als junger Hupfer war der heute 50-Jährige mittendrin, als die kulturellen Umbrüche der Punk- und New-Wave-Ära auch Wien erreichten. Seitdem prägt Becker das alternativkulturelle Leben der Stadt.

Der Multimediakünstler, Theoretiker und Netzpionier hat das Institut für neue Kulturtechnologien/t0 gegründet, aus dem wiederum die Public Netbase und das

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