„Ich bin ein Unmoderator“

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Der Schweizer Stefan Zweifel verwickelt Intellektuelle in seltsame Gespräche

Porträt: Sebastian Fasthuber

Warum er mit seiner Gesprächsreihe „Das Reflektorium“ ans Burgtheater geholt wurde, weiß Stefan Zweifel nicht so genau. „Als Hartmann in Zürich am Schauspielhaus war, habe ich anfangs sehr gegen ihn geschrieben“, erinnert er sich. „Entweder hat Hartmann das vergessen, oder er fand es gerade interessant.“

Der studierte Philosoph, Komparatist und Ägyptologe ist, wie er selbst sagt, Spezialist für „Gespräche, die meistens einen etwas seltsamen Verlauf nehmen“. Davon konnte man sich schon am Eröffnungsabend im September mit dem Performance-Dichter Christian Uetz überzeugen, an dem nicht nur auf hohem Niveau über „Pornosophie“ und Sex in der Literatur von heute geredet wurde, sondern sich nach und nach auch die festgelegten Rollen von Gast und Gastgeber auflösten.

„Wahrscheinlich bin ich ein Unmoderator“, sagt Zweifel. Er führt keine scheinprofessionellen

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