Eine Reise durch das finstere Herz des Landes

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Der jüngste Roman des israelischen Schriftstellers David Grossman trägt den tragischen Nachhall tödlicher Realität in sich

Buchkritik: Julia Zarbach

David Grossmans Roman „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ entstand unter dramatischen Umständen: Als der Autor das Buch schrieb, trug er die Hoffnung, dass der Roman seinen Sohn, der zu dieser Zeit seinen dreijährigen Wehrdienst leistete, schützen würde. Als der Sohn 2006 im zweiten Libanon-Krieg fiel, war der Roman fast fertiggeschrieben. „Mehr als alles andere hat sich der Resonanzraum der Wirklichkeit verändert, in dem die letzte Version entstand“, schreibt der Autor im Nachwort zum Buch. Was Grossman aus dem Inneren seiner Geschichte widerklingen lässt, ist – trotz allem – ein Plädoyer für den Frieden.

Die Handlung setzt 1967 ein: Während draußen der Sechstagekrieg tobt, legen drei kranke Jugendliche auf einer Jerusalemer Isolierstation das Fundament für eine versponnene Dreiecksbeziehung. Im pubertär-empfindsamen


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