„Große Literatur ist niemals Flucht“

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Der Bestsellerautor und Analytiker Irvin D. Yalom erklärt, was Literatur und Psychiatrie gemeinsam haben

Interview: Julia Kospach

Den Fotos von Irvin D. Yalom nach zu schließen, die einen gutaussehenden älteren Mann mit scharfen Gesichtszügen zeigen, rechnet man mit einem weitaus forscheren Gesprächspartner. Yalom persönlich hingegen ist sanft und zurückhaltend. Sein Weltruhm scheint ihn nicht besonders zu kratzen. Mehr interessieren ihn das Verhältnis Therapeut-Patient und die Frage, wie man aus der Unvermeidlichkeit des Todes Nutzen fürs Leben ziehen kann. Dass man der Stadt Wien, die nun seinen Roman „Und Nietzsche weinte“ über die Anfänge der Psychoanalyse in großer Auflage gratis unters Volk bringt, ein besonderes Verhältnis zum Tod nachsagt, ist ihm neu und begeistert ihn ebenso wie die Zeile aus Georg Kreislers Lied „Der Tod, das muss ein Wiener sein.“ Noch während des Interviews nimmt sich Yalom einen Besuch im Wiener Bestattungsmuseum vor.

Falter: Herr Yalom,


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