Ein fröhlicher Provokateur wird frische 80

Feuilleton | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Dichter, Herausgeber und Essayist: Bei Hans Magnus Enzensberger lernten Generationen lesen und denken

Hommage: Armin Thurnher

Wie gratuliert man Hans Magnus Enzensberger zum 80. Geburtstag? Dem federleichten, scheinbar alterslosen? Für Menschen meiner Generation, ach Quatsch, für mich hat der Mann so viel bedeutet, dass ich es auch in Buchform dartun könnte. Auf knapperem Raum wird die Eloge dem Charakter der Aufzählung nicht entgehen.

Enzensberger hat das 17-jährige Mich aus den Schaufenstern der Provinzbuchhandlung angelacht, im schlichten Design des Grafikers Willy Fleckhaus, das der edition suhrkamp durch ihr bloßes Äußeres die schlagende Überzeugung von Modernität verlieh. Dazu Titel wie „Blindenschrift“ und „Landessprache“ und eine Sprache berauschender Nüchternheit – diese Büchlein musste man haben, schon weil man den Deutschprofessor damit ärgern konnte, der vor Thomas Mann zu lesen aufgehört hatte. Da kam einer, dessen erster Gedichtband den Titel „Die Verteidigung


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