Enzensberger vs. Johnson: Dokumente einer irreparablen Entfreundung

Feuilleton | Tobias Heyl | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

IIm August 1966 erinnert Uwe Johnson seinen Kollegen Hans Magnus Enzensberger mit einem zwingenden Argument an dessen Briefschulden: Die Gesamtausgabe ihres Briefwechsels sei auf zwei Bände angelegt – dazu müsse auch Enzensberger seinen Beitrag leisten. Am Ende ist nun ein einziger Band erschienen mit 161 Briefen aus den Jahren 1959 bis 1975, wobei die wenigen Briefe nach 1968 nur noch als Epilog einer irreparabel zerbrochenen Freundschaft zu lesen sind.

Doch hätte es überhaupt jemals gut gehen können mit den beiden? Da ist auf der einen Seite der sozial hochbegabte „Mang“, begleitet von seinen „Schutzpatronen Zappelphilipp und fliegender Robert“, auf der anderen der prinzipientreue Johnson, der es sich und seiner Umgebung immer ziemlich schwergemacht hat. Zusammengehalten hat sie vielleicht überhaupt nur ihr gemeinsamer Verlag, Suhrkamp natürlich, damals eine Versammlung bemerkenswert selbstbewusster junger Männer.

Enzensberger ist zu Beginn des Briefwechsels 30, Uwe Johnson


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige