Kling Glöckchen, klingelingeling!

Stadtleben | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Was bis zum heurigen Weihnachtsgeschäft hektisch vollendet wurde, soll über Generationen halten. Die Neugestaltung von Kärntner Straße und Graben: eine durchwachsene Manöverkritik

Essay: Jan Tabor

Nachtkritik, frei nach Alfred Kerr. Als ich am Mittwoch vor einer Woche um 0.32 Uhr von der Opernpassage kommend die Kärntner Straße betrat, waren bereits alle Stenzel-Maiglöckchenlämpchen aufgestellt, fast alle grau angestrichen, und die Hälfte von ihnen, alle am Graben, verstrahlten bereits ihr müdes Sparlicht. Es regnete. Auch das noch dazu!

Kärntner Straße/Stock-im-Eisen-Platz/Graben. Eine Fußgängerzone, atmosphärisch drei verschiedene Orte im Stadtzentrum: Der Graben ist, frei nach Thomas Bernhard, die Selbstvorführungsbühne des Wiener Bürgertums. Die Kärntner Straße, der Trampelpfad des Massentourismus. Der Stock-im-Eisen-Platz, der Ort des Dazwischens, der Ort der Vermischungen und einer verlorenen Hoffnung: Hans Holleins Haashaus als Beginn und Treffpunkt des neuen Wiener


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