Fußball

Die Affäre Lahm könnte bei uns nicht passieren

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Große Aufregung bei Bayern München: Verteidiger Philipp Lahm muss angeblich 50.000 Euro Strafe zahlen. Anlass für die drakonische Maßnahme war weder eine Disco-Eskapade noch eine Schlägerei, sondern ein Interview. Und zwar keine Boulevardstory in der Bild-Zeitung, sondern ein umfangreiches, seriöses Gespräch in der Wochenendausgabe der Süddeutschen. Lahm hatte die Bayern-Krise so profund reflektiert, dass Uli Hoeneß & Co. das nicht auf sich sitzen lassen konnten. Der Verteidiger wirft dem Verein vor, in seiner Transferpolitik konzeptlos zu agieren. Da könnte was dran sein; die Frage ist nur, ob ein Spieler so etwas öffentlich über seinen Arbeitgeber sagen darf. In Österreich stellt sich das Problem übrigens nicht. Erstens gibt es hier kaum Spieler, die so analytisch denken wie Philipp Lahm. Und zweitens gibt es keine Zeitung, die den Platz dafür hätte.


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