Doppel gleisig

Stadtleben | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Eine saubere, sichere und pünktliche U-Bahn darf viel Geld kosten. Politische Pfründe sollten es nicht

Analyse: Joseph Gepp

Man kann den Wiener Öffi-Plan als Mittel nutzen, um rasch von A nach B zu kommen. Man kann ihn aber auch politisch lesen, als Spiegelbild von Macht und Machtteilung in diesem Land.

Da gibt es zum Beispiel die rote U1 (Stadt), die den wichtigen Südbahnhof (Bund) ignorant links liegen lässt. In Floridsdorf ziehen dafür braune U6 (Stadt) und blaue S45 (Bund) in einträchtiger Parallelität nebeneinander her. Da gibt es am Alsergrund mit dem Franz-Josefs-Bahnhof (Bund) den wohl verwaistesten Kopfbahnhof Österreichs, weil die Fahrgäste einige hundert Meter weiter an der U6-Station Spittelau (Stadt) umsteigen. Da gibt es weiters die strichliert violette U2-Südverlängerung (Stadt). Wie die U1 soll auch sie am Südbahnhof vorbeifahren. Dafür ist nun, als Ausgleich für täglich tausende Pendler, eine kleine Standseilbahn zwischen U- und S-Bahn geplant. Wie ein schmales


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