Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Red Bull Shot versus Burn Shot

Stadtleben | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Zwei neue Marschierwasser für

Leistungs- und Partygesellschaft

Jägermeister, Absolut Wodka und Inländer Rum haben Gesellschaft bekommen. Seit einigen Monaten gibt’s im Kassenbereich der Supermärkte Shots für Workaholics, Schlafverweigerer, Flugzeugpiloten und Vertreter der Spaßgesellschaft: Red Bull Energy Shot und Burn Energy Shot. Der Kampf zwischen Red Bull und Coca-Cola geht somit in eine zweite, einigermaßen bizarre Runde.

Für den Test wurde auf Frühstück und Kaffee verzichtet. Es ist sieben Uhr morgens, die Shots werden zum Vergleich in zwei Gläser geleert. Die Farbe in beiden Fällen uringelb. Die Konsistenz zähflüssig wie Hustensaft. Die Botschaft ist dieselbe wie in Lützenkirchens Partykalauer: „Puls wie ne Rakete. Drei Tage wach.“

Das Design erinnert an jene Kapseln, deren Inhalte in SciFi-Filmen immer dann mittels Pistole injiziert werden, wenn der Herzmuskel des Helden zu erlahmen droht. Ums kurz zu machen: Die Müdigkeit nach sechs Stunden Schlaf vermögen auch Red Bull und Burn nicht endgültig zu vertreiben. Kaffee gab’s bereits eine Stunde später um acht. Ist aber egal, denn die Flascherln scheinen sich prächtig zu verkaufen. Die Verpackung zählt.

Die bisherigen Umsätze würden die Erwartungen fast um das Sechsfache übersteigen, verriet Coca-Cola der Tageszeitung Kurier. Der Umsatz dürfte bei Literpreisen von umgerechnet rund 30 Euro nicht zu knapp sein. Der Burn-Shot (50 ml) kostet 1,49 Euro, der Red-Bull-Shot (60 ml) 1,89 Euro. Um neun Uhr morgens dann die späte Einsicht: Die Tasse Kaffee war wohl doch ein wenig übertrieben. mag


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