Kritiken

Riesenspaß mit falschen Tönen: „Umsonst“

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Der Erbonkel will sein Mündel mit dem Neffen und Jungmimen Arthur verheiraten, um ihn vom Theater wegzubringen. Der hat freilich andere Pläne, will mit einer angehenden Schauspielerin durchbrennen. Dass es sich um dasselbe Mädel namens Emma handelt, vergessen beide einander mitzuteilen. Vor dem Nestroy-Happy-End wird im zufällig gemeinsamen Fluchtort (Stinatz!) noch eine weitere arrangierte Ehe verhindert und durch eine Liebesheirat ersetzt.„Umsonst“ von 1857 ist gewiss nicht Nestroys beste Posse mit Gesang, und es geht auch einiges schief in der Inszenierung von Volkstheaterprinzipal Michael Schottenberg: Andreas Vitásek als jugendlicher (!) Liebhaber singt echt furchtbar, und alle tragen bei den Dialekten (meist angeblich steririsch) viel zu dick auf. Aber sie beharren so obstinat auf ihren Blödeleien und der A-cappella-Chor (inklusive „Bodypercussionist“ Richard Filz) ist so großartig, dass ein Riesenspaß dabei herauskommt. Beste Szene: Vitásek parodiert Oskar Werner.

Volkstheater, Sa, Di 19.30


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