Kritik Oper

Henzes Kleist-Oper im Theater an der Wien

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Der Prinz von Homburg“ ist ein hoffnungsloser Mensch. Ohnehin in der gleichnamigen Oper von Hans Werner Henze, und ganz besonders in der Regie von Christof Loy. Homburg zieht isoliert in eigenen Vorstellungswelten die Fäden seines Unglücks, an denen sein Selbstbild vom herausragenden Menschen baumelt. Seine Umwelt konstruiert er sich feindlich. Gleich ob sie als preußische Generalität wie schwarze Vögel durch seinen Kopf stakst oder im biederen Beige der Spießer, stets vereinnahmt sie ihn gnadenlos und raubt ihm tödlich die Sonderstellung. Christian Gerhaher ist in der Titelpartie das überragende Zentrum einer rundum faszinierenden Produktion an Wiens erstem Opernhaus.

Theater an der Wien, Fr 19.30


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