Kritik

Networking im Kunstbetrieb

Lexikon | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Unter dem Motto „Temporary Gallery Vienna“ stellt das kunstbüro elf Künstlerinnen vor, die in den Kölner und Berliner Dependancen der Galerie Christian Nagel vertreten sind. Das von Departure geförderte Projekt, dem Kooperationen mit Institutionen aus Moskau und Istanbul folgen werden, soll den intensiveren Austausch zwischen den Kunstszenen forcieren. Ob durch ein Unterfangen wie dieses tatsächlich längerfristig interessante Wechselwirkungen zustande kommen, wird sich weisen. Sehenswert sind die gezeigten Beiträge allemal.

Hanna Schwarz beeindruckt mit einem Video, das typische Versatzstücke der Demonstrationskultur mit Elementen des modernen Tanzes verschmilzt. Die sparsame Setzung Stephanie Taylors Skulptur scheint sich dem Minimalismus zu verdanken. Keren Cytter siedelt ihren Beitrag zwischen Filmfiktion und Bühnenrealität an und bricht derart mit gewohnten Handlungsmustern. Der Surrealismus führt in Alexandra Zuckermanns Zeichnungen ein bizarres Weiterleben fort. Readymade-affin erweisen sich dagegen die Arbeiten von Kathryn Andrews. Unter dem Titel „Underwear Agent“ stellt sie eine Golfausrüstung aus. Auf die Idee, dass es sich hier um ein Porträt eines Unterwäschevertreters handelt, wäre wohl niemand gekommen. MJ

Galerie Amer Abbas / Kunstbüro, bis 30.11.


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