Neu im Kino

Der ganz normale Horror: „Paranormal Activity“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Woran sollen Amis und alle anderen, die deren Filme importieren, heute glauben? An die Allmacht des Kapitals oder an die Allgewalt seiner Krise? An die Allmacht Obamas oder an seine kalkulierte Bescheidenheit? Nein, es geht hier nicht um Michael Moores Kapitalismus-Alarmübung; auch ein anderer US-Film dokumentiert mit kalkulierter Bescheidenheit und guerillahaftem Medienauftritt Unglaubliches: Ein wohlhabend-weißes Paar, er Jungbörsianer, sie Studentin, setzt seinen häuslichen Alltag, zumal die Doppelbettnächte, unter Video-Selbstbeobachtung. Man fühlt sich nämlich bedroht: nicht vom Verlust der Lust oder des Heims oder durch einen, ,Marxisten“ als Präsident, sondern von einem Dämon, dessen Poltern, Geistern und, ,Paranormal Activity“ fast nur zu hören ist. Und ehe du noch, ,[REC]“ sagen oder, ,Cloverfield“ und, ,Open Water“ denken kannst, versprüht die Billig-Fake-Doku von Oren Peli (der Name ist echt!) einiges an Gruselatmo und Glücksritualsatire. Alles ganz paranormal: der (un)heimliche Komplementärfilm zur Pärchenkrisenstudie, ,Alle anderen“, zugleich offizielles Glückwunsch-Wackelvideo zu, ,Zehn Jahre Blair Witch Project“.

Ab Fr in den Kinos (OF im Burg)


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