Buch der Stunde

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

In seinen vergnüglich zu lesenden Tagebüchern präsentiert sich Helmut Krausser als das verkannte Autorengenie unserer Zeit. Trotz seiner Ambitionen zum Dichterfürsten hegt er aber auch ein Faible für andere Künste. Neben der Musik ist es besonders der Film, der sich auf einige Texte stark ausgewirkt hat. Und so wie die frühen Romane „Fette Welt“ und „Der große Bagarozy“ nach Verfilmungen verlangten und sie schließlich auch bekamen, könnte es „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ wieder auf die Leinwand schaffen. Wobei das Buch hier ohnedies schon der halbe Film ist. Krausser führt ein paar Tage und Nächte durch Berlin und zeigt Menschen zwischen Liebe und ungestillter Sehnsucht, Freude und Schmerz. Mit geschickten Schnitten führt er die zunächst getrennten Handlungsstränge zueinander und lässt sie streckenweise parallel laufen.

Im Unterschied zu Kraussers erklärtem Lieblingskitschfilm „Love Actually“ endet das Buch nicht zu Weihnachten, sondern beginnt schon mit


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