Wie China unbemerkt die Demokratie erprobt

Politik | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Mark Leonards Analyse chinesischer Denkschulen wurde ins Deutsche übersetzt. Angesichts der Klischees über China war das längst fällig

Rezension: Bernhard Riedmann

Als Maos Erbe Deng Xiaoping Anfang der 80er begann, China wirtschaftlich zu öffnen, betrachtete man es im Westen nur als eine Frage der Zeit, bis sich die Volksrepublik auch politisch assimiliere. Bis heute wird diskutiert, wie man den Aufstieg Chinas „managen“ solle. „Wir formulieren das Problem auf diese Weise, weil wir uns dann vormachen können, dass wir mit etwas Geschick und Umsicht ein neues China nach unserem Bilde formen könnten“, schreibt Mark Leonard in seinem ausgezeichneten Buch „Was denkt China?“.

Denn wie China selbst über seine Modernisierung denkt, darüber wissen wir wenig bis gar nichts. Die Volksrepublik wird noch oft als ungelenker Riese betrachtet, der, in Ideologie und verfilzten Strukturen erstarrt, dem Turbokapitalismus im eigenen Land hilflos gegenübersteht. Leonard hingegen meint, der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige