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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Die ersten Berichte erschienen vor zwei Jahren. Sie handelten von Tränen, die Arigona vergoss, und von einem „mutigen Pfarrer“, der das „bestens integrierte“ Mädchen bei sich aufnahm. Krone-Postler Jeannée wandte sich an die „kleine Kosovarin“, als sie mit Selbstmord drohte. „Leben, Arigona, leben und nicht sterben. Der für Dich und Deine Familie zuständige Minister nur ein Mensch, der irrt. (…) Alles wird gut werden. Hier in Österreich.“ Denn: „Ich glaube an die Menschlichkeit meines Landes.“ Zwei Jahre später hat sich das kleinformatige Blatt gewendet. Die Kronen Zeitung überbrachte letzte Woche die Nachricht vom negativen Asylbescheid exklusiv. Und Jeannée? Der schrieb wieder einen Brief, dieses Mal an Ministerin Maria Fekter. Darin wettert er gegen Gutmenschentum und einen „unsäglichen Arigona-Pfarrer“. „Wenn mir die Kleine auch leidtat (…), so war ich doch aus Prinzip auf Ihrer harten Linie.“ Aus dem Opfer von einst wurde eine Schein-Asylwerberin. Leben, Arigona, nur nicht in Österreich.


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