Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Donald Trump ist milliardenschwer, mächtig und trotzdem ein lockerer Chef. Auch Josef Pröll wäre gerne so lässig wie der Tycoon von Manhattan und macht es ihm mit seiner ATV-Krone-Aktion „Josef Pröll sucht den Superpraktikanten“ nach. Trump wählte schon 2003 auf NBC einen Kandidaten für sein Firmenkonglomerat aus: Der Sieger von „The Apprentice“ bekam einen Einjahresvertrag mit einem Gehalt von 250.000 US-Dollar. Da kann der schwarze Vizekanzler halt nicht mithalten. Sein Gewinner bekommt kein Geld, aber dafür sieben Tage Wurstsemmeln und intime Einblicke ins Leben eines ÖVP-Chefs. Auch sehr reizvoll. Pröll profitiert jedenfalls schon jetzt von der Debatte um die Show. Egal, ob man ihm Anbiederung an die Jugend oder einfach gestrickten Populismus vorhalten mag – so viel PR kriegt er mit der 20. Pressekonferenz zur Bankenhilfe sicher nicht. Und viele Jungwähler sind bei politischen Inhalten ohnehin nicht so genau. Danach haben sie ihren Helden HC in der Disco auch nie gefragt.


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