Brauner Pflug pflügt roten Großstadtdschungel

Feuilleton | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Das Wien Museum packt im Künstlerhaus die Welt von 1930 aus, als die Stadt amerikanischer und das Land scholliger wurde

Reportage: Matthias Dusini

Fünf Tage vor der Vernissage hastet Wolfgang Kos, der Direktor des Wien Museums, durch das Künstlerhaus, wo gerade die Ausstellung „Kampf um Wien“ aufgebaut wird. „Wo immer man hinschaut, muss es interessant sein.“

Er reißt ein Schutzpapier von einem Holzschnitt mit Szenen aus dem Wiener Nachtleben, das in den 1920er-Jahren ganz schön dekadent war. Dann ist er schon im nächsten Raum, um die „Megafonästhetik“ politischer Plakate zu erklären. „Kleiner Mann, große Ausstellung“, sagt er angesichts der Unmenge von Objekten, Videos, Kostümen und Jazzplatten, die sich noch im Zustand der Unordnung befinden. „Und da oben hängt eine der ersten Ampeln, die es in Wien gegeben hat.“ Die Stadt sei damals heller und schneller, amerikanischer geworden.

Einige Männer schleppen eine Benzinzapfsäule herbei. Der Historiker und ehemalige


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