„Mein Stil ist, dass ich keinen Stil habe“

Feuilleton | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Der lettische Starregisseur Alvis Hermanis im Gespräch über das Wunder der Verwandlung und seine Probleme mit Shakespeare

Interview: Wolfgang Kralicek

Der Lette Alvis Hermanis, 44, ist einer der begehrtesten Regisseure Europas. Nicht nur, dass seine lettischen Inszenierungen um die Welt touren, arbeitet er inzwischen auch regelmäßig auf deutschsprachigen Bühnen.

Der neue Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann, der schon in Zürich mit Hermanis zusammengearbeitet hat, lud den Regisseur nun ein, einmal im Jahr in Wien zu inszenieren. Seine erste Wiener Produktion, das US-Drama „Eine Familie“, hatte Ende Oktober im Akademietheater Premiere. Ebenda steht ab 26. November eine ältere Arbeit, das 2007 in Zürich produzierte Projekt „Väter“, auf dem Spielplan.

Dass Hermanis gelernter Schauspieler ist, merkt man: Wenn seine Inszenierungen, die sich formal stark voneinander unterscheiden, etwas gemeinsam haben, dann ist es die Qualität der Akteure. Selten erlebt man technisch so präzises

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