Fantasie und Esprit, Lust und Vitalität für Wien

Feuilleton | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Der Architekt Heidulf Gerngroß fand einst den Weg aus der Verfahrenheit der Postmoderne. Nun wird er 70 Jahre alt

Gratulation: Jan Tabor

Man muss sich Wien ohne Menschen wie Heidulf Gerngross erst einmal ausdenken, Menschen, die ihre Umgebung mit Fantasie, Lust, Zuversicht, Freude, Vitalität anzustecken vermögen. Wien ohne Heidulf, ohne seine genialen Bauten, seine anarchistische Zeitschrift S/T/A/R, ohne seine fulminanten Auftritte: entsetzliches Wien!

Man müsste sich vorstellen, Heidulf Gerngross wäre in Tokio geblieben, wo er Malerei studierte, oder in Los Angeles, wo er sich in Urban Design vertiefte, oder in Graz, wo er Architektur studierte. Oder er wäre gar in Pörtschach steckengeblieben, wo er, 1939 als Ärztesohn geboren, Tischler gelernt hatte.

Doch 1976 kam Gerngross in Wien an. Mit Helmut Richter gründete er ein Architekturbüro, das alsbald eine ästhetische Revolution auslöste: Das Restaurant Kiang in der Rotgasse wurde zum Vorbild für einen neuen Umgang mit Materialien,


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