Nüchtern betrachtet

Selbstanfeuerung zur Freundlichkeit

Feuilleton | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

In seinem wunderbar manischen und dennoch kontrolliert klugen, vom Frohsinn des Schimpfens und Preisens gefluteten Buch „loslabern“ skizziert Rainald Goetz nebenbei auch eine kleine Phänomenologie pseudolauniger Partykonversation (jedenfalls möchte ich das für die Klappentextredaktion des Suhrkamp Verlags hier mal so behauptet haben, help yourself). Ich habe echt nichts gegen Ironie, aber mitunter ist strategische Ernsthaftigkeit ein gutes Antidot gegen Witzelzwang und Scherzterrorismus. Man lässt sich dadurch ja leider nicht nur zu Halblustigkeiten hinreißen, man verhält sich oft generell blöd. Unlängst habe ich einen Freund mit den Worten „Schlecht schaust aus!“ begrüßt. Gemeint hatte ich freilich in etwa: „Wie machst du verdammter Hund das, mit deinen +40 Lenzen so unverschämt gertenschlank und weidenflink durch die Gegend zu sirren, sodass ich jetzt den mit dem Griff nach


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