Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Glühwein

Stadtleben | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Glühwein? Natürlich. Es muss nicht immer Punsch sein

Dass Kollege und Hobby-Önologe Holzer momentan am anderen Ende der Welt weilt, muss man unbedingt ausnutzen. Zum Beispiel, um zu erklären, wie man aus gutem Rotwein picksüßen Glühwein macht, der einem erst die Finger, dann die Speiseröhre verbrennt und schließlich noch tüchtig Sodbrennen verursacht. Es muss schließlich nicht immer Punsch sein!

Glühwein selbst herzustellen ist nämlich relativ einfach und allemal besser als das vorgemixte Zeug aus dem Tetrapak oder vom Christkindlmarkt. Außerdem ist so ein Glühweinsonntagnachmittag in geselliger Runde immer ein Spaß – je süßer, desto besser fährt’s. Alles, was man braucht, ist Rotwein. Natürlich wird man nicht den teuersten im Regal wählen, der allerbilligste ist aber auch nicht zu empfehlen. Dazu die Gewürze: Zimtstangen, Sternanis, Gewürznelken, Kardamom, Ingwer und die Schale einer unbehandelten Zitrone. Plus, wie bereits mehrfach erwähnt, Zucker. Wir erhitzen den Wein in einem Topf, geben die Gewürze dazu und achten darauf, dass das Ganze nicht heißer als 80 Grad wird. Sonst verdampft nämlich der ganze Alkohol und wer will das schon? Nach zehn Minuten sollte der gewünschte Geschmack im Wein sein; nach Belieben zuckern und in standesgemäßen Bechern servieren, natürlich vorher die Gewürze heraussieben.

Die schwedische Glühweinvariante heißt übrigens Glögg. Hier werden (abgezogene) Mandeln und Rosinen zum Getränk serviert – jeder wirft sie nach Lust und Laune in sein Glas. cw


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