Graz 1989: Das Rätsel der russischen Seele

Steiermark | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Im Spätherbst 1989 ging eine der merkwürdigsten Kunstschauen der Grazer Geschichte über die Bühne. Eine Rekonstruktion

Bericht: Herwig G. Höller

Von „dritten Männern“ im Grazer Untergrund ist eigentlich nichts bekannt: Im Kalten Krieg spielte die Stadt nicht die geringste Rolle. Deshalb flossen im Unterschied zu Wien auch keine CIA-Kultursubventionen in die Steiermark. Selbst das Engagement der Sowjets war enden wollend. Immerhin besuchten in den Neunzehnsechzigern noch Parteichef Nikita Chruschtschow und der erste Kosmonaut Jurij Gagarin auf Österreichtour das Bundesland. Später hörte sich auch das auf – wohl nicht zuletzt, weil die steirische KP damals am Rande der Bedeutungslosigkeit entlangschrammte und nur wenig Kontakt zur Sowjetunion hatte.

Gegen Ende des Kalten Krieges spielt Graz aber plötzlich doch noch eine kleine internationale Rolle: Mit der Einladung des prominenten Moskauer Konzeptkünstlers Ilja Kabakov schrieb der damalige künstlerische Leiter des Grazer Kunstvereins,


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