Heidi List

Fernsehsex

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 47/09 vom 18.11.2009

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

Das Gute am Fernsehprogramm ist, dass man es sich unter dem Gesichtspunkt visualisierter Soundtrack zum Schäferstündchen aussuchen kann. An so Sonntagen, wo man zwischen Tatort versus Rosamunde Pilcher gondelt, ist zum Beispiel unbedingt die Rosi zu wählen.

Flugs ist ein Lager im Wohnzimmer gemacht, mit warmer Decke und kalten Restln vom Wochenende. Dann wird „gepartnert“, wie ich letztens die Beschreibung für dauerüberfällige Pflege des Sex in der Beziehung lernen durfte. Einlullende Musik, zu der man auf keinen Fall genau hinhören muss (Störfaktor) und mit völlig wurschten Bildern, sollte man doch aus Versehen zur Glotze schauen.

Am Ende des Spaßes kann man sich, wenn man möchte, noch dem Film widmen und hat genau null verpasst. Befriedigender geht’s nicht. Wer grad härter drauf ist, nimmt halt den Tatort, da knallt’s dazwischen. Anders ist es mit Montag. Serie auf Serie, wenn man den Abend durchsteht, verfällt man in so eine eigenartige Autistentrance. Will ich nicht missen, diese wöchentliche Hirnverschmurgelung. Wer mich montags angreifen will, wird schockgefrostet.


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