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Kein Kuschelröckchen: Die Goldenen Zitronen

Lexikon | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Gut 20 Jahre ist es her, als Die Goldenen Zitronen im Vorprogramm der Toten Hosen in gemeinsamer Fun-Punk-Mission durch die Hallen tourten. Irgendwas ist dabei aber schief gelaufen, die Persiflage des Bierzelts verkam schnell selbst zum Bierzelt. Im Unterschied zu den Düsseldorfer Kollegen haben sich die Hamburger in der Folge inhaltlich und ästhetisch völlig neu orientiert. Aus dem Spaß- wurde der Diskurspunk, aus der fixen Band zusehends ein offenes Kollektiv. Das eindrucksvolle neue Album „Die Entstehung der Nacht“ kreuzt Krautrock, Avantgardepop, Denkertechno und hochkonzentriertes freies Spiel, der Songform bleiben die Goldies dennoch treu. „Irgendwie ist unser Charakter ein schneller, direkter“, meinte Sänger Schorsch Kamerun im Falter-Interview. „Wenn es gut läuft, kann in dreieinhalb Minuten alles vermittelt sein. Eine Ohrfeige sollte auch kürzer sein als ein Kuss.“ Und die Goldies sind eben immer noch kein Kuschelröckchen. GS

Fluc Wanne, Di 21.00


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