ArchitekturKritik

Architekturen und Städte im Wandel

Lexikon | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Ein zwischen 1970 und 1981 errichtetes Monument in Petrova Gora, das vom damaligen sozialistischen Regime als Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen jugoslawischen Partisanen in Auftrag gegeben wurde, spiegelt eindrucksvoll das Versprechen auf eine bessere Zukunft wider. Zugleich aber thematisiert es aufgrund seines heutigen ruinösen Zustands dessen melancholisch stimmendes Scheitern. Anhand dieses und anderer hervorragend ausgewählter architektonischer Beispiele führt die Schau „Balkanology“ die einstmalige utopische Schubkraft von baulichen Konzepten aus den Ländern Südosteuropas vor und verbindet sie mit den jüngsten urbanen Entwicklungen in Priština, Belgrad, Bukarest, Kotor, Pula, Sofia, Tirana und Zagreb.

Mit der Auflösung der sozialistischen Wirtschaftssysteme haben sich die urbanen Strukturen radikal verändert, und eine weitgehend unregulierte, informelle Bautätigkeit hat eingesetzt. Dies illustriert die Ausstellung anhand von aktuellen Forschungsprojekten und konkreten Interventionen ebenso aufschlussreich wie die hinter den baulichen Maßnahmen stehenden Migrationsbewegungen und Finanzströme. MJ

Architekturzentrum Wien, bis 18.1.


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