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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Psychoanalyse

Elke Mühlleitner: Ich – Fenichel. Das Leben eines Psychoanalytikers im 20. Jahrhundert. Zsolnay, 448 S., € 26,70

Aus dieser Biografie des Wiener Psychoanalytikers Otto Fenichel (1897–1946) erfährt man, wie Freuds Schüler die Psychoanalyse auf der Basis des von diesem entwickelten Fundaments betrieben und vorantrieben und wie die Analyse andernorts Fuß fasste. Getrieben zunächst von der eigenen Unrast, später von den Nazis, verschlug es Fenichel nach Berlin, Oslo, Prag und schließlich nach Los Angeles. Revoluzzer war er keiner. Im Gegensatz zu seinem Freund Wilhelm Reich hielt er sich lieber an Papa Freud. Dessen Lehre verbreitete er umso eifriger in allen Lebenssituationen.

Dass der akribisch arbeitende Seelenmediziner auch privat Ordnung hielt und Listen über berufliche Kontakte oder Kinobesuche führte, beschert der Biografin massenhaft Material, das die Verlockung zur Vollständigkeit enthält. Dann wird das Lesen über dieses bunte Leben genauso mühsam, wie


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