Buch der Stunde

Lexikon | Erich Klein | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Vergiss Somalia. Denke an das Land so, als würde es nicht mehr existieren.“ Mit diesem Rat seines Bruders beginnt für den 1945 geborenen Nuruddin Farah 1976 das Exil. In den folgenden drei Jahrzehnten entstehen zwischen Europa, Amerika und Afrika unter anderem zwei Romantrilogien sowie der dokumentarische Großessay „Yesterday, Tomorrow. Stimmen aus der somalischen Diaspora“ (2003). Der nach dem Sturz des Diktators Siad Bare im Jahr 1991 ausgebrochene Langzeitbürgerkrieg ist Thema der jüngsten Bücher „Links“ (2005) und „Netze“ (2009).

Die Schauspielerin Cambara bricht aus Toronto, wo sie „drei Viertel ihres bisherigen Lebens“ verbracht hat, in ihre Heimatstadt Mogadischu auf. Der aus auktorialer Position erzählende Farah – einer „der wenigen afrikanischen Männer, die wunderbar über Frauen schreiben“ (Doris Lessing) – ist ein Meister der Rückblende, zugleich führt er immer tiefer in die Innenwelt seiner Heldin: Ehemann Wardi hat während des Ehebruchs den


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