Zwischen allen Sesseln fest auf dem Lehrstuhl

Politik | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Die souveräne politische Autobiografie Anton Pelinkas ist ein Buch über Österreich ohne den Klageton der Österreichliteratur

Rezension: Armin Thurnher

Anton Pelinka ist der bekannteste Politologe Österreichs. Er ist so etwas wie ein idealer Österreicher und als solcher naturgemäß ein Einzelexemplar. Aus katholischer Familie stammend, die Großeltern Tschechen, die Katholiken in der Familie gegenüber den Nazisympathisanten in der Minderheit, war der 1941 geborene Pelinka prädestiniert für den nach 1945 propagierten Österreichpatriotismus.

Von seinen katholischen Wurzeln emanzipierte er sich schnell, vom katholischen Milieu löste er sich nur langsam. Als der junge Pelinka in den 60er-Jahren Mitarbeiter der Zeitschrift Die Furche wurde, spielte sich dort die Auseinandersetzung zwischen Reaktionären und „Linkskatholiken“ ab. Der progressive Flügel um Friedrich Heer, dem Pelinka angehörte, verlor.

Die Anfänge des VdU als Auffangbecken von Nationalsozialisten erlebte er ebenfalls


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