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Bücher, kurz besprochen

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Große Worte der Weltgeschichte

Im Weihnachtsgeschäft kommen leicht genießbare politische Bücher mit Hingreifreflex gerade recht; wie etwa „Reden, die die Welt veränderten“. Wer will nicht die bemerkenswertesten Auszüge aus Robespierres letzter Rede, aus Churchills „Blut, Tränen und Schweiß“-Manifest oder aus Obamas Ansprache an die muslimische Welt im Bücherregal wissen? Zumal die 35 Reden und ihre Redner in erhellenden Begleittexten in ihre Zeit eingebettet werden. Die Kritik an der Auswahl der Beiträge ist angesichts der Möglichkeiten vorprogrammiert. Warum etwa finden Napoleon und Washington, Gorbatschow und Havel keine Erwähnung? Dass wiederum die abgedruckten Reden von Figl und Kreisky die Welt veränderten, glaubt wohl selbst Autor Gerhard Jelinek, jener bürgerliche ORF-Obere, der Kanzler Schüssel einst den Sessel für die Wahlkampfduelle zum Probesitzen brachte, nicht. Jenen, die sich an der austrofizierten Variante stoßen, sei „Speeches that changed the world“ aus dem Jahr 2006 empfohlen.

Gerhard Jelinek: Reden, die die Welt veränderten. Ecowin, 316 S., € 19,95


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