Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Stefan Apfl | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Wird sich das McDonald’s-Logo ändern, Frau Riegler?

Man muss ja nicht gleich so weit gehen, den ersten Cheeseburger als Höhepunkt einer Landkindheit der generell geschmacksunsicheren 80er-Jahre zu bezeichnen, um sich an das geschwungene M von McDonald’s als etwas seit jeher Beständiges zu erinnern; „the golden arches“, ein Anker aus der Welt da draußen.

Frisuren, Farben und Fetzen änderten sich, der Cheeseburger aber schmeckte stets gleich, von Wiener Neustadt bis New York. Und darüber leuchtete, meist auf rotem Hintergrund, das gelbe M, 56 Jahre lang – bis Anfang der Woche die Meldung durch die Medien geisterte, Grün ersetze fortan das Rot im Logo.

Ursula Riegler, Sprecherin von McDonald’s Österreich, winkt ab: „Das Logo selbst wird nicht verändert.“ Jedoch wird sich das Umfeld, allem voran das Erscheinungsbild der Restaurants, gehörig verändern – in den 165 heimischen der weltweit 33.300 Filialen bis Anfang 2010.

Vom „neuen Loungecharakter“, einer „globalen Modernisierungsoffensive“ spricht Riegler. Die Inneneinrichtung wird allenthalben einem „Remodelling“ unterzogen. Am Ende des Biojahrzehnts ersetzt der größte Rindfleischverbraucher der Welt grelle Farben durch Erdtöne wie Grün und Braun: Lounge statt Fast Food, bio statt fressen, verweilen statt eilen. Dazu Wireless, bargeldloses Zahlen und ein McCafé, wo es sich ausgeht.

50 Euro trägt der österreichische Burgernormalverbraucher jährlich zu McDonald’s. Künftig soll er sich nicht nur satt, sondern auch erholt und gesund fühlen.

Was kritische Öko-NGOs als „Greenwashing“ bezeichnen würden, heißt in der Konzernsprache „New-Green-Design“. Es ist, wenn man so will, die Einführung des Salats mit anderen Mitteln. Damit ändert sich auch ein Stück globaler Identität, von New York bis Wiener Neustadt.


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