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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Kritischer Journalismus schön und gut, aber auch das gehört einmal gesagt: Immer nur Politiker dögeln ist nicht fein. Einen Monat vor Weihnachten startet der News-Verlag daher eine Politikerwohlfühlkampagne. News schreibt „So k.o. sind Pröll und Co“ und zeigt einen Vizekanzler, der sich nach dem Ministerrat zu übergeben scheint. Termin- und Medienterror, dazu Feinde im Überfluss. „Wirklich offen sprechen nur Ehemalige.“ Und da Landeshauptmann Erwin Pröll noch aktiv ist, spricht Gattin Sissi über ihren „gottbegnadeten“ Erwin: „Wenn er zuhause ist, spürt man keinen Stress.“ Einen offenen Umgang mit dem Thema pflegt Politrentner Josef Kalina (SPÖ). Er spricht von Existenzangst und Dauerkritik. Und wozu? Aufmerksamkeit, sagt Kalina. „Was macht mehr Spaß als das Gefühl: Ich bin ein Star?“ Das hat auch profil-Chef Christian Rainer erkannt: „All das Leiden eines Politikers (oder Chefredakteurs?) also nur fürs Wichtigsein, für Applaus, Schlagzeile und Seitenblicke? In den meisten Fällen ist es so.“


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