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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Irgendwann werden wir telepathisch mit Google kommunizieren. Bis es so weit ist, versucht das Internetunternehmen unsere Gedanken zumindest zu erraten. Seit dem Frühjahr bietet es die Funktion Google Suggest an. Tippt man in der Suchmaske ein Wort ein, schlägt die Seite ähnlich lautende Sätze vor, nach denen viele Internetuser googeln. Wer etwa „ich will“ eingibt, dem wird „ich will ein Baby“, „ich will abnehmen“, „ich will sterben“ angeboten. Ohne dass Google das beabsichtigt hätte, hält es unserer Gesellschaft somit den Spiegel vor. Denn das Service zeigt, wonach sich viele Menschen heimlich im Netz erkundigen. Bei den Worten „darf ich mit“ empfiehlt die Suchmaschine zum Beispiel „darf ich mit meiner Schwester schlafen“. Überhaupt merkt man, dass Sex und Tabuthemen der Renner sind. „Wie kann ich mich selbst befriedigen“ und „wie küsst man richtig“ sind zwei total populäre Sucheingaben. Eines wundert mich angesichts dieser Fragen schon: Benutzen nur Pubertierende Google?


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