Weight Watchers extrem: Abnehmen im Arbeitslager

Feuilleton | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Best of Hartmann, nächste Folge: Christian Krachts zynischer Roman „1979“ als Livefilm im Akademietheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Dass sein Liebhaber kein stilvolleres Ende gefunden hat, als elendiglich in einem versifften Teheraner Krankenhaus zu verrecken, findet der Romanheld dann doch etwas enttäuschend. „Es war so wenig schick.“ Dabei gehört es im Prinzip zu den markantesten Eigenschaften dieses Mannes, auch Extremsituationen positive Seiten abzugewinnen. Nach einigen Wochen in chinesischen Umerziehungslagern etwa hält er zufrieden fest: „Ich war glücklich darüber, endlich seriously abzunehmen.“

Ende der 90er-Jahre gab es ein Phänomen namens deutsche Popliteratur. Junge Autoren veröffentlichten schnöselige Bücher, in denen die genannten Band- und Markennamen wichtiger als die Handlung waren. Einer der Protagonisten dieser Neuen Deutschen Buchwelle war der Schweizer Christian Kracht; als 2001 dessen zweiter Roman „1979“ erschien, war der Hype schon wieder


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