„Das Vaterspiel“ als Film: weniger Innenpolitik, mehr Generationskonflikt

Feuilleton | Michael Pekler | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Wenn man die Hand nicht mehr vor den Augen sieht, ist es wichtig, in der Spur zu bleiben. Rupert Kramer (Helmut Köpping), der aus physiognomischen Gründen auch „Ratz“ genannt wird, fährt durch Oberösterreich. Seine alkoholkranke Mutter hat er im Dorf gelassen, auch dem Rest der Familie ist nicht mehr zu helfen. In der Nacht hat dichtes Schneetreiben eingesetzt, und Ratz kämpft sich seinen Weg Richtung Flughafen, denn in New York wartet eine Freundin (Sabine Timoteo) auf seine Hilfe. Er soll für sie einen Keller umbauen, müsse aber „nichts tun, was er nicht tun will“. Später wird er erfahren, wie das gemeint ist.

Für Ratz sind die Schneeflocken vertraute Feinde, denn sie erinnern ihn an ein Spiel, an eine Attacke von kleinen weißen Panzern. Das ist seine Art, die Welt zu betrachten, denn Ratz erfindet Spiele am Computer. Obwohl er bisher eigentlich nur ein einziges erfunden hat. Er hofft, es in New York verkaufen zu können; er nennt es das „Vatervernichtungsspiel“.


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