Nüchtern betrachtet

Handywerbung killed my Herschenkcredibility

Feuilleton | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Ich bin schon länger hier und kann mich daher noch an die Zeiten erinnern, als der Kampf von der guten, weil selbstverständlich subversiven Marginalmusik zum bösen Mainstream seine gespenstische Wiederaufführung als Farce erlebte. Wehe, eine der jahrelang im Untergrund herumgrundelnden und von Nudelsalatvergiftung schon schwer geschwächten Bands verließ eines Tages das angestammte Biotop geldfreier Glaubwürdigkeit und trat für echte Gage in einem Konzertsaal ohne Rauchzwang auf, schon wurde diese von den Revolutionswächtern des Indiebandismus, die sich davor über die unzureichende Wahrnehmung ebendieser Band beklagt hatten, des Verrats geziehen, und jedes von der öffentlichen Hand finanzierte Fringe-Festival, auf dem diese Band auftrat, sah sich als parasitärer Handlanger eines Systems entlarvt. Irgendwann dann hatte sich der ohnedies schon im Umbruch befindliche Paradigmenwechsel


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