Der Spielteufel

Stadtleben | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Peter Berger hat Schulden, ist arbeitslos und schwer krank. Sein halbes Leben verbrachte er am Spielautomaten

Porträt: Julia Ortner

Er war ein Lügner. Tarnen und Täuschen war Teil seines Lebens. „Einem wie mir durfte man nichts glauben“, sagt Peter Berger*. Jetzt ist der 33-Jährige seine eigene Antithese, keine Lügen mehr. Er erzählt alles, keine Frage ist ihm zu persönlich. Der Blick interessiert und offen, nur manchmal verhalten, ein wenig traurig. Dann sieht man einen jungen Mann, mittelgroß, ohne besondere Eigenschaften, weder dick noch dünn. Einen, der lieber am Rande steht, schüchtern, ein netter Durchschnittswiener aus der Vorstadt.

Nun will er weg von der Beobachterrolle, seine Geschichte erzählen. Hier ist der Schuldenkoffer, schwarzes Plastik, wollen Sie die Unterlagen drin sehen? Oder das letzte Sparbuch mit dem 100-Euro-Guthaben, das Berger seit Monaten nicht anrührt, hier der Beweis. Oder die Tablettenschachtel mit den Antidepressiva, die kann ich auch herzeigen.


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