Endstation Südbahnhof

Steiermark | aus FALTER 48/09 vom 25.11.2009

Der Wiener Südbahnhof – für viele Steirer das Tor zur Welt – wird abgerissen. Ein Nachruf

Reportage: Herwig G. Höller

Der schönste Ort von Wien ist für mich der Südbahnhof. Da kann man wieder heimfahren.“ In einem ungünstigen Moment, so erzählt Alexander Götz heute, sei er 1979 im Wandelgang des Parlaments nach dem schönsten Ort der Bundeshauptstadt gefragt worden. Der Grazer Bürgermeister (1973-83) und kurzfristige FPÖ-Bundesparteiobmann (1978-80) antwortete verärgert. Der resultierende Sager fand Eingang in das politische Lexikon der Republik, und Götz wurde bisweilen gar als „Südbahnhofmann“ begrüßt. Aber woher die Einschätzung? Anfang der Fünfzigerjahre sei er oft, damals als ÖH-Chef der Technischen Hochschule in Graz, mit dem ersten Zug zu Sitzungen der Österreichischen Hochschülerschaft nach Wien gefahren. Dies sei jedoch jedes Mal, so Götz, Zeitverschwendung gewesen und deshalb waren die Studentenvertreter am Abend stets froh, mit einem Spätzug wieder


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