Seinesgleichen geschieht

Minarettdebatte: die öffentliche Meinung, dieses rätselhafte Wesen

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Die öffentliche Meinung spielt uns einen Streich nach dem anderen. Die urdemokratischen Schweizer haben uns gezeigt, dass auch in der demokratischsten Demokratie aller Demokratien die Dinge mitunter durcheinandergeraten. Die Welt wird immer paradoxer. Zum Beispiel konstituiert sich die öffentliche Meinung auf heimliche Weise. Einst richtete sich diese gegen feudale Kabinettspolitik, gegen die Geheimhaltung von Entscheidungen, die alle Bürger betrafen.

Heute hält der Souverän wieder mit seiner Meinung hinter dem Berg, geradezu hinter dem Alpenkamm. Einst erachtete man die Österreicher samt und sonders für Schlaucherln, weil sie vor Wahlen den Haiderjörg nicht einmal zu kennen vorgaben, und ihn dann doch freudig wählten. Die ihm auf den Plätzen zugrölten, waren nie dort gewesen. Der Jörg, der sich was traut, hatte die feigste Anhängerschaft der Welt. Die Schweizer hingegen – grade Michel, dachte man, denen kann so was nicht passieren. Die stehen offen zu ihrem Blocher.

Bei der


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