Kommentar

Im Jüdischen Museum siegt das Mascherl über die Kompetenz

Kulturpolitik

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Das Museum, der Friedhof der Dinge, lebt. Das hat weniger damit zu tun, dass die in diesem Bereich arbeitenden Wissenschaftler so tolle Aufsätze schreiben würden. Vielmehr hat sich der Blick auf das Publikum verändert. Aus einer ungebildeten Masse sind Kundenkönige geworden, denen Events und Guides sonder Zahl geboten werden. Da lacht die Quote.

Entsprechend hoch gesteckt sind die Erwartungen an Kulturmanager. Weh dem, der es mit einer Vernissage nicht in die Societyspalten schafft. Dann schlummern nämlich die Besucherzahlen, bis ein Kulturpolitiker aufwacht und sich die Augen reibt.

Der Inhalt ist eher nebensächlich. Gerald Matt, der Direktor der Kunsthalle Wien, klebt an seinem Sessel, obwohl seine Institution in der Kunstwelt schon lange nicht mehr ernst genommen wird. Auch Inge Scholz-Strasser, die glücklose Direktorin des ebenfalls von der Stadt Wien finanzierten Freud-Museums, darf bleiben, obwohl die psychoanalytische Community einen Bogen um die Berggasse macht.

Gegangen hingegen


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