Kolumne

Die EU-Kommission besticht mit Kompromissen anstatt Visionen

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Belgien kommt aus dem Staunen über sich selbst nicht heraus. Noch vor zwei Jahren schien das Land knapp vor der Auflösung zu stehen. Ganz Europa schüttelte über den kleinlichen Fundamentalismus den Kopf, mit dem rund um die EU-Hauptstadt Brüssel Flamen und Wallonen einander bekriegten. Jetzt wurde Kurzzeitpremier Herman van Rompuy per Akklamation in das höchste Amt katapultiert, das die Union zu vergeben hat. Flämische und wallonische Politiker, die sonst so gerne aufeinander einschlagen, feiern den Erfolg des belgischen Vormarsches in Europa.

Im zweiten Halbjahr 2010 wird Europa noch belgischer. Dann übernehmen die Brüsseler Regierungsmitglieder den Vorsitz in den Ministerräten der EU, in denen die rotierende Präsidentschaft ja nach wie vor bestehen bleibt. Sogar Yves Leterme, der Nachfolger Herman van Rompuys als belgischer Regierungschef, wird dann im Rampenlicht der EU stehen.

Die Wirtschaftskrise und die Sogwirkung Europas haben den Sprachenstreit in den Hintergrund gedrängt.


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