Vom Schmerz, in der Alpenrepublik Piefke zu sein

Politik | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Im charmanten Sammelband „Wir sind gekommen, um zu bleiben“ ergründen deutsche Migranten ihr Fremdsein in Österreich

Rezension: Wolfgang Luef

Steigen Sie aus? Die Frage kann einem Wiener in Deutschland richtig fehlen. Verzeihung, abgehen kann sie einem. Während einer U-Bahn-Fahrt in München, Hamburg oder Berlin fragt einen niemand, ob man den Wagen bald verlässt. Weil es niemanden interessiert. Die Aussteigwilligen, denen man im Weg steht oder sitzt, sagen „Entschuldigung“ oder „Darf ich bitte durch?“, oder sie schieben sich einfach vorbei. „Steigen Sie aus?“ – das ist eine österreichische Frage.

Was dem Österreicher im Ausland abgeht, überrascht den deutschen Migranten. „Ja, was wollen die denn hören?“, schreibt Tex Rubinowitz, Zeichner, seit 1984 in Wien, kein echter Deutscher mehr, aber auch noch kein Österreicher. „Die Frage ist eine verlogene Aufforderung, beiseite zu gehen, weil man aussteigen möchte.“ Das stimmt zwar. Aber ein Österreicher würde

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