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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 49/09 vom 02.12.2009

Die Krise zum Nachschlagen

Über die große Depression der 30er-Jahre reden wir gerne, auch wenn wir nicht viel über sie wissen. Inwiefern sind die Finanzkrisen von einst mit der heutigen Situation vergleichbar? Was kann man aus der Vergangenheit lernen? Der Wirtschaftspublizist und langjährige ORF-Journalist Ernst A. Swietly legt sein neues Buch als „Kompass aus der Wirtschaftsgeschichte“ an – von der „Tulipmania“, dem Spekulationsfall in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts, bis hin zur Dotcom-Blase 2000. Das Buch beschreibt auch für den Laien anschaulich, wie der Finanzmarkt funktioniert und welche Einflüsse auf ihn einwirken. Ein detailreiches Nachschlagewerk für alle, die die Anatomie des Finanzsektors erkunden wollen.

Julia Ortner

Ernst A. Swietly: Große Finanzkrisen. Edition Steinbauer, 255 S., € 22,50,–

Vom Trialog des Glaubens

Judentum, Christentum und Islam – spricht man heute von den drei großen monotheistischen Weltreligionen, so geht es meist um gegenseitige Ressentiments oder sogar handfeste Auseinandersetzungen. Der Hinweis darauf, dass alle drei Traditionen einen gemeinsamen Ursprung haben, geht dabei oft unter. 31 deutsche Organisationen und Initiativen, die sich gerade deshalb für einen „abrahamischen Trialog“ einsetzen, hat die Politikwissenschaftlerin Eva Maria Hinterhuber nach ihrem sozialintegrativen Potenzial untersucht. Die Ergebnisse – die Organisationen tragen laut eigenen Aussagen natürlich zum besseren gegenseitigen Verständnis bei – sind zwar einigermaßen vorhersehbar. Durch die Kurzporträts der Organisationen im zweiten Teil hat das Buch aber durchaus auch einen Mehrwert.

Michael Weiss

Eva Maria Hinterhuber: Abrahamischer Trialog und Zivilgesellschaft. Lucius & Lucius, 262 S., € 46,–


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